Das Wichtigste in Kürze
- Plattformen für virtuelle Messen lassen sich in drei Gruppen teilen: begehbare 3D-Messen, Messe-Baukästen mit Showroom und Event-Apps, in denen Aussteller ein Profil bekommen.
- Für den Datenschutz zählt zuerst der Serverstandort: Expo-IP, rooom und NextKon Expo hosten nach eigener Angabe in Deutschland, vFairs lässt Frankfurt wählen; Swapcard nennt für die Plattform keinen Serverstandort.
- Öffentliche Preise nennen vier: Expo-IP ab 590 € (Einmalbetrag plus 100 € je Monat, bei längerer Laufzeit entsprechend mehr), rooom ab 749 € im Monat, NextKon Expo ab 1.490 € je Veranstaltung, talque ab 3.000 € (jeweils netto). Bei vFairs, Swapcard und meetyoo gibt es Preise nur auf Anfrage.
- Kein Anbieter ist für alles der beste: Für eine große internationale Messe mit Matchmaking passen andere Werkzeuge als für die Ausstellung neben dem Livestream einer Fachtagung.
- Alle Angaben stammen von den Seiten der Anbieter, Stand 2. November 2026 – prüfen Sie vor der Entscheidung den aktuellen Stand.
Wer eine virtuelle Messe plant, bekommt von Suchmaschinen und KI-Assistenten schnell ein Dutzend Namen genannt – vom 3D-Messegelände bis zur Event-App. Die Angebote unterscheiden sich weniger in der Technik als in der Frage, wofür sie gebaut sind: für eine eigenständige Messe mit tausenden Besuchern, für einen dauerhaften Showroom oder für die Ausstellung zu einer Tagung. Dieser Vergleich ordnet sieben Plattformen nach Serverstandort, Darstellung, Zugang für Besucher und Preis ein. Wir betreiben selbst eine davon – NextKon Expo – und schreiben deshalb dazu, für wen die anderen besser passen. Alle Angaben zu fremden Plattformen stammen von deren eigenen Seiten (Stand 2. November 2026); Funktionen und Preise ändern sich, maßgeblich ist der aktuelle Stand beim Anbieter.
Welche Arten von Plattformen gibt es?
Plattformen für virtuelle Messen lassen sich in drei Gruppen einteilen. Begehbare 3D-Messen zeigen Hallen und Stände räumlich, teils mit Avataren – eindrucksvoll, aber aufwendiger in Gestaltung und Bedienung. Messe-Baukästen bieten Foyer, Halle und Stände im Browser, die Aussteller selbst pflegen. Event-Apps für Kongresse und Messen geben Ausstellern ein Profil mit Videos, Unterlagen und Chat, dazu Matchmaking und Lead-Erfassung – stark bei großen und hybriden Veranstaltungen, aber ohne Halle zum Durchgehen.
- Begehbare 3D-MesseRäumliche Hallen und Stände, oft mit Avataren und 3D-Objekten. Beispiele: rooom, vFairs, meetyoo.
- Messe-Baukasten und ShowroomHalle und Stände im Browser, Aussteller pflegen selbst, auch als dauerhafter Showroom. Beispiele: Expo-IP, NextKon Expo.
- Event-App mit AusstellerprofilenAusstellerseiten in einer Plattform für Teilnehmermanagement, Networking und Leads. Beispiele: Swapcard, talque.
Die Plattformen im Überblick
Die Tabelle fasst zusammen, was die Anbieter auf ihren eigenen Seiten angeben. „Nicht angegeben“ heißt nicht, dass es die Funktion nicht gibt – sondern nur, dass wir sie dort nicht belegt gefunden haben.
| Plattform | Sitz | Serverstandort laut Anbieter | Darstellung | Besucher brauchen | Preis ab (netto) |
|---|---|---|---|---|---|
| NextKon Expo | Birenbach (DE) | Frankfurt am Main | Foyer, Halle und Stände im Browser, neben dem Livestream | keine App, kein Konto; Besucherseite ohne Cookies | 1.490 € je Veranstaltung (10 Stände, 30 Tage, inkl. Chat, Namensschildern und Mediathek) |
| Expo-IP | Darmstadt (DE) | deutsches, ISO-zertifiziertes Rechenzentrum | Messe-CMS und virtueller Showroom, 3D-Visualisierungen einbindbar | Browser; Registrierung mit Double-Opt-in eingebaut | 590 € (490 € einmalig + 100 € je Monat, bis 2 Stände) |
| rooom (rooomEvents) | Jena (DE) | EU (Deutschland), ISO 27001 | 3D-Stände bis zu begehbaren Hallen, Avatare | Browser, keine Installation | 749 € je Monat bei Jahreslaufzeit |
| meetyoo (MEETYOO Pro) | Berlin (DE) | nicht angegeben; „developed in Germany“, DSGVO-konform | virtuelle Hallen, interaktive Stände, 3D-Objekte, Avatare | Registrierung über eigene Anmeldeseite | auf Anfrage |
| vFairs | Carrollton, Texas (US) | wählbar: USA, Kanada, Frankfurt, London | 3D-Lobby und Ausstellungshalle, gestaltbare Stände | Anmeldung; mobiler Browser, App optional | auf Anfrage (Jahreslizenz) |
| Swapcard | Paris (FR) | nicht angegeben (Website: Irland, AWS) | Ausstellerprofile mit Video und Dokumenten | Registrierung, App-basiert | auf Anfrage (Lizenz + je Teilnehmer/Aussteller) |
| talque | Berlin (DE) | EU-Serverstandort | Ausstellerprofile mit Mediengalerie, Chat, Produktseiten | Registrierung; Browser oder App | 3.000 € (Essential, 250 Teilnehmende) |
Quellen: Impressum, Preis-, Produkt- und Datenschutzseiten der Anbieter, abgerufen am 2. November 2026 (Liste am Ende). Die Markennamen gehören ihren Inhabern. Die Preise sind nicht direkt vergleichbar, weil jeder Anbieter anders abrechnet – je Monat, je Jahr, je Veranstaltung oder je Teilnehmer.
Datenschutz: Wo stehen die Server, wer ist Vertragspartner?
Für Verbände, Kammern, Hochschulen und Behörden ist der Serverstandort oft die erste Frage. Nach eigener Angabe hosten Expo-IP, rooom und NextKon Expo in Deutschland, talque in der EU. vFairs hat seinen Sitz in den USA, lässt seine Kunden aber unter anderem ein Rechenzentrum in Frankfurt wählen und nennt das EU-US Data Privacy Framework. Swapcard nennt für die Plattform keinen Serverstandort (die Firmen-Website liegt laut Anbieter in Irland bei Amazon Web Services) und führt einzelne Dienstleister in den USA auf. meetyoo betont DSGVO-Konformität und Entwicklung in Deutschland, nennt auf seinen Seiten aber keinen Serverstandort für die Plattform.
- Auftragsverarbeitung: Eine Messe-Plattform verarbeitet für Sie Namen, Kontaktanfragen und Besuchsdaten. Dafür brauchen Sie einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO – fragen Sie danach, bevor Aussteller und Besucher eingeladen werden.
- Drittland: Liegen Daten oder Dienstleister außerhalb der EU, braucht die Übermittlung eine Rechtsgrundlage nach Art. 44 ff. DSGVO, etwa einen Angemessenheitsbeschluss wie das Data Privacy Framework. Lassen Sie sich zeigen, welche Unterauftragnehmer wo sitzen.
- Cookies: Speichert die Besucherseite Kennungen, die nicht unbedingt erforderlich sind, braucht sie nach § 25 TDDDG eine Einwilligung – also einen Banner, bevor die Halle lädt. Bei NextKon Expo kommt die Besucherseite ohne Cookies und ohne Tracking aus, die Statistik je Stand ebenfalls.
Besucherzugang: App, Konto oder ein Link?
Jede Hürde vor dem ersten Stand kostet Besucher. Event-Apps wie Swapcard und talque setzen auf Registrierung und Profile – das ist die Grundlage für Matchmaking und Lead-Erfassung, und bei einer großen Fachmesse wollen die Aussteller genau diese Daten. Für die Ausstellung neben einem Livestream gilt das Gegenteil: Das Publikum ist schon da und soll in der Pause mit einem Klick an den Ständen sein. rooom wirbt mit Zugang ohne Installation im Browser, Expo-IP läuft im Browser mit eingebauter Registrierung, NextKon Expo ohne App und ohne Konto.
Die Testfrage
Öffnen Sie die Demo jeder Plattform auf einem Smartphone im privaten Modus und auf einem Firmenrechner mit strengen Einstellungen. Wie viele Schritte braucht es bis zum ersten Stand – und lädt die Halle überhaupt? 3D-Hallen sind eindrucksvoll, aber auf älteren Geräten und in Firmennetzen der häufigste Grund für Abbrüche.
Was kostet eine virtuelle Messe bei den Anbietern?
Öffentliche Preise nennen Expo-IP, rooom, talque und NextKon Expo; vFairs, Swapcard und meetyoo erstellen Angebote auf Anfrage. Expo-IP rechnet einen Einmalbetrag plus Monatsgebühr ab, gestaffelt nach Ständen (Showroom Basic ab 590 €, Konferenz Plus ab 1.990 €, Messe Unlimited ab 3.980 €). rooom berechnet ein Monatsabo ab 749 € bei Jahreslaufzeit, 3D-Partnerstände auf Anfrage. talque nennt ab 3.000 € für 250 Teilnehmende. NextKon Expo kostet je Veranstaltung 1.490 € mit 10 Ständen und 30 Tagen, 2.990 € mit 30 Ständen und 60 Tagen und 5.900 € im Jahrespaket mit 50 Ständen, jeweils inklusive NextKon Chat, digitaler Namensschilder und Mediathek (VOD). Alle Beträge netto, Stand 2. November 2026.
Die Plattform ist selten der größte Posten. Wer die Stände einrichtet, wer die Aussteller betreut und wer die Messe bewirbt, entscheidet über die Gesamtkosten stärker als der Listenpreis. Woraus sich die Kosten zusammensetzen und welche zehn Fragen Sie jedem Anbieter stellen sollten, steht im Ratgeber Virtuelle Messe: Kosten, Ablauf, Anbieter.
Für wen passt was?
Die ehrliche Antwort hängt von der Form Ihrer Messe ab. Die folgende Übersicht gibt eine Richtung – sie ersetzt nicht den Blick in die Demo des Anbieters.
| Ihre Lage | Passend |
|---|---|
| Große internationale Messe mit Matchmaking, Terminplaner und Lead-App | Event-Plattformen wie Swapcard oder vFairs |
| Kongress mit Teilnehmermanagement, Ticketing und App für Saal und Online | talque; für Anmeldung und Abstracts auch ein Kongress-Management-System wie Converia |
| Eindrucksvolle 3D-Messe oder 3D-Produktpräsentation | rooom, vFairs oder meetyoo |
| Dauerhafter Showroom oder Messe-Baukasten, Hosting in Deutschland, Aussteller pflegen selbst | Expo-IP oder NextKon Expo (Jahrespaket) |
| Ausstellung neben dem Livestream einer Fachtagung, ohne App, ohne Konto, ohne Cookie-Banner, Technik und Plattform aus einer Hand | NextKon Expo |
NextKon Expo ist die virtuelle Ausstellung von NextKon, einem Angebot der TS Veranstaltungstechnik aus Birenbach bei Stuttgart (seit 2002, mehr als 750 Veranstaltungen). Gebaut ist sie für Tagungen und Kongresse: Stände in Stufen passend zu Sponsoring-Paketen, Aussteller pflegen ihren Stand über einen eigenen Zugang, ab Expo Event Plus bekommt jeder nach der Veranstaltung einen Besucherbericht als PDF. Die Server stehen in Frankfurt am Main. Livestream, Chat und Mediathek kommen auf Wunsch vom selben Team. Matchmaking und eine Lead-App bietet NextKon Expo nicht – wer das braucht, ist bei den Event-Plattformen besser aufgehoben. Mehr dazu auf der Seite NextKon Expo, wie sich Sponsorenstände bezahlt machen im Ratgeber Virtuelle Ausstellung zur Tagung.
Häufige Fragen
Welche Plattform für virtuelle Messen hostet in Deutschland?
Nach eigener Angabe hosten Expo-IP (deutsches Rechenzentrum), rooom (EU, Deutschland) und NextKon Expo (Frankfurt am Main) in Deutschland; bei vFairs lässt sich Frankfurt als Rechenzentrum wählen. talque nennt einen EU-Serverstandort, Swapcard nennt für die Plattform keinen Standort. Stand 2. November 2026.
Was kostet eine virtuelle Messe-Plattform?
Öffentliche Einstiegspreise (netto): Expo-IP ab 590 € (Einmalbetrag plus 100 € je Monat, bei längerer Laufzeit entsprechend mehr), rooom ab 749 € im Monat bei Jahreslaufzeit, NextKon Expo ab 1.490 € je Veranstaltung mit 10 Ständen und 30 Tagen, talque ab 3.000 €. vFairs, Swapcard und meetyoo nennen Preise auf Anfrage.
Braucht eine virtuelle Messe eine 3D-Halle?
Nein. 3D wirkt eindrucksvoll und passt zu Produktpräsentationen. Für eine Ausstellung zur Tagung zählt mehr, dass Besucher schnell und ohne App an den Stand kommen und Aussteller einen Nachweis bekommen.
Brauchen Besucher eine App?
Bei den meisten Plattformen nicht: rooom, Expo-IP, vFairs, talque und NextKon Expo laufen im Browser. Event-Plattformen wie Swapcard und talque bieten zusätzlich eine App für Networking und Termine.
Wie aktuell ist dieser Vergleich?
Stand 2. November 2026. Funktionen und Preise ändern sich; maßgeblich sind die aktuellen Angaben der Anbieter. Wir prüfen den Vergleich mindestens einmal im Quartal.
Sie planen eine Veranstaltung?
Datum, Ort, ungefähre Teilnehmerzahl – mehr brauchen wir für ein erstes Angebot nicht. Wir melden uns persönlich.
Veranstaltung anfragenQuellen
- Art. 28 DSGVO – Auftragsverarbeiter
- Art. 44 DSGVO – Allgemeine Grundsätze der Datenübermittlung
- § 25 TDDDG – Schutz der Privatsphäre bei Endeinrichtungen
- Expo-IP – Leistungen und Preise
- Expo-IP – Impressum
- rooom – Preise
- rooom – Expos & Tradeshows
- rooom – Datensicherheit
- meetyoo – Virtual Fairs and Trade Shows
- vFairs – Virtual Trade Show
- vFairs – Privacy Policy (Rechenzentren)
- vFairs – Pricing
- Swapcard – Legal (Hosting)
- Swapcard – Pricing
- talque – Preise
- talque – Hybrid-Eventplattform (Serverstandort)
- Converia – Hybride und virtuelle Veranstaltungen
Marktpreise: veröffentlichte Preislisten von rund 15 Anbietern in Deutschland und Österreich, Stand Oktober 2026. Alle Preise netto. Keine Rechtsberatung.
