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Lexikon Begriffe kurz erklärt

Lexikon: Kongress, Hybrid, Livestream – kurz erklärt

Was bedeutet ein Begriff, und worauf kommt es in der Praxis an? Kurze Antworten aus mehr als 500 Veranstaltungen – mit Verweis auf die passende Lösung.

Bauchbinde · Hybride Veranstaltung · Latenz · Livestream · Mediathek (Video on Demand) · Virtuelle Ausstellung (virtuelle Messe)

Bauchbinde

Eine Bauchbinde ist die eingeblendete Zeile im unteren Bilddrittel, die Namen und Funktion der Person nennt, die gerade spricht – bei Kongressen meist ergänzt um den Vortragstitel.

Der Name kommt vom Papierstreifen um eine Zigarre oder ein Buch. Im Stream und in der Aufzeichnung ist die Bauchbinde die wichtigste Orientierung: Wer später zuschaltet, weiß sofort, wer spricht und worum es geht. Bei einem Kongress mit vielen Referenten heißt das: jede Bauchbinde vorher anlegen, Schreibweisen und Titel mit dem Programm abgleichen und im richtigen Moment einblenden – kurz nach Beginn des Beitrags und nicht dauerhaft, damit sie keine Folien verdeckt.

Gestaltet wird sie im Design der Veranstaltung, mit Schrift, Farben und Logo des Veranstalters. Bei Online- und Hybridveranstaltungen setzt die Regie die Bauchbinden live, zusammen mit Folienwechsel und Moderatorenansicht. Und weil sie in der Aufzeichnung erhalten bleibt, trägt jeder Vortrag in der Mediathek gleich Namen und Thema im Bild.

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Hybride Veranstaltung

Eine hybride Veranstaltung findet gleichzeitig vor Ort und online statt: Ein Teil des Publikums sitzt im Saal, der andere verfolgt dieselbe Tagung live im Stream – und beide können mitreden.

Der Unterschied zu einer Präsenzveranstaltung mit Kamera liegt im Anspruch: Bei einer echten hybriden Veranstaltung sind Ton, Licht, Bildregie und Folien auch für den Stream gemacht, und die Online-Teilnehmer stellen ihre Fragen über einen Chat direkt an die Moderation. Wer nur eine Kamera in den Saal stellt, hat einen Stream – aber keine Hybridveranstaltung, weil das Publikum zu Hause nur zuschaut, statt dabei zu sein.

In der Praxis heißt das: zwei Veranstaltungen in einer. Saaltechnik, Kameras, Regie, Streaming und die Zuschaltung externer Referenten müssen ineinandergreifen – am besten aus einer Hand, damit am Tag niemand zwischen drei Dienstleistern vermitteln muss. Für Verbände, Hochschulen und Unternehmen ist das Format interessant, weil die Reichweite steigt, ohne dass alle anreisen müssen, und weil die Aufzeichnung danach in einer Mediathek weiterlebt.

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Latenz

Latenz ist die Verzögerung zwischen dem, was im Saal passiert, und dem Moment, in dem es auf dem Bildschirm der Zuschauer ankommt. Beim Livestream sind das in der Regel einige Sekunden bis zu einer halben Minute.

Die Verzögerung entsteht, weil Bild und Ton kodiert, in kleine Stücke zerlegt, über ein Verteilnetz ausgeliefert und beim Zuschauer zwischengespeichert werden. Beim üblichen Streaming über HLS liegt die Latenz meist zwischen 10 und 30 Sekunden; Verfahren für niedrige Latenz kommen auf wenige Sekunden. Ganz ohne Verzögerung geht es nur in einer Videokonferenz – auf Kosten von Bildqualität und Stabilität.

Für eine Tagung ist die Latenz kein Problem, solange man sie einplant: Fragen aus dem Chat beziehen sich auf etwas, das im Saal schon eine halbe Minute zurückliegt – die Moderation ruft sie deshalb besser gesammelt auf, statt spontan zu reagieren. Abstimmungen und Quizfragen brauchen etwas Vorlauf, bevor die Antwortzeit beginnt. Der Stream darf nie im Saal mitlaufen, sonst hört das Publikum alles doppelt. Und zugeschaltete Referenten kommen über eine Videokonferenz in die Regie, nicht über den Stream – so sprechen sie mit dem Saal ohne spürbare Verzögerung.

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Livestream

Ein Livestream überträgt eine Veranstaltung in Echtzeit ins Internet: Die Zuschauer sehen Bild und Ton im Browser, ohne selbst zu senden. Anders als in einer Videokonferenz gibt es wenige, die senden, und beliebig viele, die zuschauen.

In einer Videokonferenz ist jeder Teilnehmer zugleich Sender – mit Kamera, Mikrofon und eigener Kachel. Das passt für Besprechungen, stößt aber bei hundert und mehr Teilnehmern an Grenzen: Bild und Ton werden für alle schlechter, und ein offenes Mikrofon stört die ganze Runde. Beim Livestream sendet nur die Regie, ausgeliefert wird über ein Verteilnetz – dabei spielt es kaum eine Rolle, ob zwanzig oder zweitausend Menschen zuschauen. Der Preis dafür ist eine Verzögerung von einigen Sekunden (siehe Latenz).

Mitreden geht trotzdem: Fragen kommen über einen Chat neben dem Stream an die Moderation, zugeschaltete Referenten kommen über eine Videokonferenz in die Regie und von dort in den Stream. Für eine Fachtagung entscheidet am Ende die Sendung, nicht die Plattform – Bauchbinden, Folien, sauberer Ton und eine Leitung, die hält. Wir senden deshalb über mindestens drei voneinander unabhängige Leitungen, und die Teilnehmer schauen im Browser zu, ohne App und ohne Installation.

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Mediathek (Video on Demand)

Eine Mediathek ist eine eigene Seite, auf der die Vorträge einer Veranstaltung nach der Tagung auf Abruf stehen – jeder Beitrag einzeln, jederzeit abspielbar. Video on Demand (VOD) ist der Fachbegriff dafür, im Gegensatz zum Livestream.

Während der Livestream nur zur Veranstaltung läuft, lebt die Mediathek Wochen und Monate weiter: Wer nicht dabei war oder einen Vortrag nachhören möchte, findet ihn dort mit Titel, Referent und Beschreibung. Dafür wird die Aufzeichnung in einzelne Beiträge geschnitten – ein durchgehender Mitschnitt von acht Stunden ist keine Mediathek, sondern ein Archiv, das niemand ansieht.

Entscheidend ist der Zugang: offen für alle, mit Passwort, nur für angemeldete Teilnehmer oder als bezahlter Zugang nach der Veranstaltung – so wird aus der Aufzeichnung ein Mitgliedervorteil oder eine zweite Einnahme. Für Verbände, Kammern und Hochschulen zählt außerdem, wo die Videos liegen: Eine Mediathek unter eigenem Namen kommt ohne fremde Werbung und Empfehlungen aus, und bei NextKon VOD werden die Videos in einem Rechenzentrum in Frankfurt gespeichert.

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Virtuelle Ausstellung (virtuelle Messe)

Eine virtuelle Ausstellung ist die Industrie- oder Sponsorenausstellung einer Tagung im Browser: Jeder Aussteller hat einen digitalen Stand mit Logo, Videos und Unterlagen, und die Besucher nehmen direkt Kontakt auf.

Bei einer Präsenztagung gehen die Teilnehmer in der Kaffeepause an den Ständen vorbei – online fällt dieser Weg weg. Ohne virtuelle Ausstellung sehen Sponsoren dann nur noch ihr Logo im Abspann, und der Gegenwert für ihr Engagement schrumpft. Eine virtuelle Messe holt den Rundgang zurück: Foyer, Halle, Stände in verschiedenen Größen passend zu den Sponsoring-Paketen, und ein Klick führt zum Ansprechpartner.

Damit sie besucht wird, muss sie dort liegen, wo das Publikum ohnehin ist – direkt neben dem Livestream, einen Klick vom Vortragssaal entfernt, und in den Pausen angesagt von der Moderation. Für Veranstalter zählt außerdem der Aufwand: Bei NextKon Expo pflegt jeder Aussteller seinen Stand über einen eigenen Zugang selbst und bekommt nach der Veranstaltung einen Bericht, wie oft sein Stand besucht wurde – ein Nachweis, den Sponsoren gern sehen.

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Kontakt

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Florian Daniel Tospann

Geschäftsführer, TS Veranstaltungstechnik GmbH & Co. KG
Bürenweg 5, 73102 Birenbach
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